Japan: Matsumoto Kenji (Januar 2026)

 

Brief gegen das Vergessen

Matsumoto Kenji sitzt seit mehr als 30 Jahren im Todestrakt. Er wurde am 17. September 1993 zum Tode verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, 1990 und 1991 gemeinsam mit seinem Bruder zwei Raubüberfälle und Morde verübt zu haben. Sein Rechtsbeistand gab damals an, Matsumoto Kenji sei unter Druck gesetzt worden, ein Geständnis abzulegen. Sein Bruder Matsumoto Hiroshi nahm sich kurz nach der Festnahme das Leben. Das Gericht erkannte zwar an, dass Matsumoto Kenji in einer abhängigen Beziehung zu seinem Bruder stand und sich nicht gegen diesen behaupten konnte, entschied aber dennoch, dass er schuldfähig sei und verurteilte ihn zum Tode. Matsumoto Kenji ist seit seiner Kindheit geistig behindert. Er sitzt inzwischen im Rollstuhl und leidet unter Wahnvorstellungen – vermutlich eine Folge der langjährigen Isolationshaft. Seit mehreren Jahren ist er aufgrund seines psychischen Zustands nicht in der Lage, relevante Informationen zu verstehen und zu kommunizieren. Er kann die Tragweite der gegen ihn verhängten Strafe – nämlich der Todesstrafe – nicht verstehen. Internationale Menschenrechtsstandards verbieten die Verhängung der Todesstrafe gegen Menschen mit mentalen und intellektuellen Beeinträchtigungen, die sich selbst nicht auf der gleichen Basis wie andere verteidigen können.

Bitte schreiben Sie bis zum 31. März 2026 höflich formulierte Briefe an den japanischen Justizminister und bitten Sie ihn, die geplante Hinrichtung von Matsumoto Kenji zu stoppen und sämtliche Todesurteile in Japan in Haftstrafen umzuwandeln. Fordern Sie als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe ein offizielles Hinrichtungsmoratorium. Außerdem müssen die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, dazu gehört auch die Abschaffung der Isolationshaft.

Schreiben Sie in gutem Japanisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Hiroshi Hiraguchi
Minister of Justice
1-1-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo 100-8977
JAPAN
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft von Japan
I.E. Frau Mitsuko Shino
Hiroshimastraße 6
10785 Berlin
Fax: 030 – 21 09 42 22
E-Mail: info@bo.mofa.go.jp
(Standardbrief: 0,95 €)
Betroffene Personen

Matsumoto Kenji
Länder
Japan
Datum
01. Januar 2026
Setzt euch für Matsumoto Kenji ein!

Alternativ gibt es die Möglichkeit sich über diesen Link auf der Homepage von Amnesty International Deutschland

online für ihn einzusetzen:

https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/japan-matsumoto-kenji-januar-2026-2025-12-22?check_logged_in=1

12. Januar 2026